Jungen-Mandel

Seguro®-Selbstbehauptung und Gewaltprävention für Jungen

Dieses Angebot unterstützt Jungen darin, sich in Übergriffssituationen aller Art adäquat verhalten zu können. Die Massenmedien stellen Jungen und Männer noch immer als überlegen und unbesiegbar dar. Der Widerspruch zur Realität wird ebenfalls in der alltäglichen Berichterstattung deutlich: Jungen sind auch Opfer, sie sind sogar häufiger in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt als Mädchen. Da sie dabei allerdings gleichzeitig die Gruppe der Täter stellen, macht eine mehrschichtige Bearbeitung der Themen rund um Übergriffe notwendig. Das Konzept speziell für Jungen trägt dieser Tatsache Rechnung. Es ist gleichsam nicht nur ein Schutz für den einzelnen Jungen vor Übergriffen, sondern auch eine Gewaltprävention in dem Sinne, dass den Jungen verschiedene Reaktionsmöglichkeiten im alltäglichen Umgang miteinander eröffnet werden. In dem Moment, in dem sie sich trauen ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, werden sie zu eigentlich starken Persönlichkeiten, die gleichsam auch gegenüber allen anderen potentiellen (Sucht-)Gefahren gewappnet sind. Um dies in einer Gruppenarbeit zu leisten, ist es notwendig, den Jungen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie unter sich sein können. In dieser Atmosphäre haben dann die Übungen einen passenden Rahmen.

In Partnerübungen verbessern die Jungen die Wahrnehmung des eigenen Raumes und des Raumes der anderen Person. In kleinen Gruppen werden Übungen zur eigenen Distanzschwelle gemacht. Die Erfahrungen daraus bewirken, dass Jungen künftig die Distanzschwelle anderer mehr respektieren, während sie ihre eigene schützen können.

Als vermeintliche Konfliktlösung in den verschiedensten Situationen verwenden Jungen häufig sozialisierte Formen verbaler und körperlicher Gewalt. Alles was sie als besonders "männlich" gelten lässt, scheint ein geeignetes Mittel. Dabei verleugnen sie vor sich und allen anderen die eigenen Gefühle wie z. B. Angst. In Rollenspielen beschäftigen sich die Jungen mit Gefühlen wie Angst und Unsicherheit. Wir verdeutlichen den Jungen ihr persönliches Provokations-Reaktionsschema und erarbeiten mit ihnen Möglichkeiten daraus auszubrechen. Auf diese Weise können Jungen ihre persönliche Deeskalationsstrategie entwickeln und erste Schritte zu einer möglichen Konfliktlösung unternehmen.

In Gesprächsrunden kommen ihre Ängste und ihr Umgang damit zur Sprache. Da Jungen in der Gruppe Nähe oft nur schwer zulassen, ist dies ein heikles Thema, das viel Zeit in Anspruch nimmt.

In einem bewegungsorientierten Übungsteil lernen die Jungen Ausweich- und Abwehrbewegungen für den Ernstfall kennen. Sie befassen sich mit der Wirkung ihrer Körpersprache auf einen möglichen Angreifer. Die bewusste Wahrnehmung ihrer Umwelt steht im Vordergrund. Das ‚Bauchgefühl' ist ein wichtiger Indikator für Gefahren aller Art und somit der Auslöser einer inneren Wachsamkeit, die im Ernstfall Voraussetzung für eine passende Reaktion sein kann. Begrüßungsrituale und Vertrauens- sowie Wahrnehmungsspiele schärfen hierfür das Bewusstsein.

Die Trainer: Reinhard Mandel, Rudi Uhl und Reemt Bartels

    Danträger (2. und 6. Dan), lizensierte Ausbilder und Prüfer des Deutschen Karate Verbandes / Entspannungspädagoge/ Erzieher

Kursform: Stundenanzahl und Kursform können individuell abgesprochen werden. Die Gruppe sollte 10 Teilnehmer nicht überschreiten, damit ein erfolgreiches Training durchzuführen ist.

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